
Unter die Haut gehen. Vorhaut. Aus der Haut fahren. Gänsehaut. Dünnhäutig sein. Schleimhaut. Hautnah dabei gewesen sein. Hornhaut. Seine eigene Haut retten. Jungfernhaut. Nicht aus seiner Haut können. Hirnhaut. Mit Haut und Haaren. Ein Exkurs: Beim Embryo bilden sich Haut und Gehirn aus der gleichen Membran, dem Ektoderm. [ … ] beide sind ihrem Wesen nach Oberflächen. [ … ] Durch die Haut lernt der Säugling, wo er „beginnt“ und „endet“.¹
Die Haut: ein Gefäß, eine Membran, eine Grenzfläche, eine sinnliche Landschaft, eine Hülle, eine Gefängniszelle – und auch eine Festung. Und Häute können Narben tragen. Die Wunden von gestern sind die Narben von heute (sic!). Die Haut als symbolische Grenzfläche zwischen Gestern und Heute. Auch die zwischen der äußeren und der inneren Welt.
13 Songs darüber schreiben. Von Schmerzen, von Berührungen, von den Wunden und von den Narben. 13 Lieder von Sehnsüchten, von Ängsten und von Dämonen. Von den Liebenden, von Hoffenden und den Träumenden. 13 Lieder von Erinnerungen und von Abschieden auch. 13 Lieder schreiben von der Haut. Von der fremden, der vertrauten und von der eigenen. Und sich manchmal dabei häuten.
¹ Claudia Benthin, „Haut – Literaturgeschichte, Körperbilder, Grenzdiskurse“, Reinbeck b. Hamburg, Rowolth, 1999


